TT "ZERRISSEN"

Presseartikel NW Juni´09

Unser halbstündiges Stück "Zerrissen" ist unter Mitwirkung aller entstanden. Wir haben uns gemeinsam die gesamte Geschichte überlegt, wir haben gemeinsam nach passenden Songs gesucht. Die Choreografien dazu stammen zum Teil von Sibyl, aber auch von den Tänzern selbst. Dabei ist alles prozesshaft entstanden - wir hatten eine Grundidee, aber die Geschichte und vor allem das Ende wurde oft geändert und überarbeitet.

Es gab auch Rückschläge, Ausstiege; Rollen mussten neu besetzt, Handlungsstränge überarbeitet werden. Die gesamte Entwicklung dauerte so ganze neun Monate bis zu dem heutigen Endprodukt.

Aber was ist "Zerrissen" denn nun eigentlich? Im Grunde ist "Zerrissen" ein Theaterstück, in dem nichts gesprochen, sondern alles getanzt wird. In diesem Theaterstück verliebt sich ein junger Inder in eine Deutsche; allerdings erwartet seine Familie und seine Kultur etwas anderes von ihm... und so findet er sich schon bald völlig zerrissen zwischen den beiden Kulturen wieder, die beide an ihm zerren.

Er muss eine Entscheidung treffen, die allerdings zu einer Katastrophe führt....

 

 

P.S.: Wer ein Video der Aufführung in Form einer DVD erwerben möchte, wende sich bitte an die Treffleitung Fr. Sibyl Bolley.


Tanztheater bezeichnet eine Kunstform des Tanzes, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts herausbildete.

Im Gegensatz zum klassischen Ballett mit seiner hoch stilisierten, traditionellen Bewegungssprache arbeitet das Tanztheater mit experimentellen Bewegungselementen und sucht nach genreübergreifenden neuen Formen für die tänzerische Darstellung. Die Choreografen Pina Bausch und Johann Kresnik zeigten 1967 fast gleichzeitig ihre ersten Stücke, sodass das Jahr 1967 als Geburtsjahr des deutschen Tanztheaters neuerer Prägung gelten kann - eine Wiedergeburt, denn erfunden wurde der Begriff schon in den späten zwanziger Jahren durch den deutschen Choreografen Kurt Jooss.

Pina Bausch äußerte schon zu Beginn ihrer Karriere in Wuppertal, was später zu einer Art Glaubensbekenntnis der gesamten Gattung werden sollte: Sie sei weniger daran interessiert, wie sich die Menschen bewegten, als was sie bewege.

Gemeinsamkeiten der Tanztheater-Choreographien bestehen zunächst einmal in der Ablehnung der ballettüblichen Ästhetik.

Was gezeigt wird, muss nicht schön sein. Tanz ist nicht das einzige Ausdrucksmittel; die Bewegungen sind unterschiedlich, es werden oft Alltagsgesten verwendet. Bei der eingesetzten Körpersprache können alle Formen des Tanzes und der Bewegung verwendet werden. Die erzählten Geschichten beleuchten den Menschen in der Zeit und der Gesellschaft. Das Individuum in seinem Austausch mit anderen ist wichtig, ebenso wie der Alltag, die Gefühle und die Situationen.

Die Tänzer sind Persönlichkeiten, die mit ihrem Charakter und ihren Eigenarten auf der Bühne stehen und nicht physisch perfekt sein müssen. Ausdruck und Intensität sind entscheidend.